08.03.2019

DAS VORBILD - der Buchhändler Michele Gentile

5.000 Einwohner zählt das Dorf Polla im Süden von Italien. Michele Gentile betreibt dort ein Literaturcafé mit einem Buchladen. Selbstverständlich kennt man ihn in dem kleinen Städtchen aber seit wenigen Tagen interessiert man sich weit über die Landesgrenzen hinaus für den Italiener - sogar CNN hat schon über ihn berichtet.


Warum? Herr Gentile hat beobachtet, dass die Kinder immer weniger Bücher lesen und die Umwelt vor allem durch enorme Berge von Aluminiumdosen und Plastikmüll leidet. Herr Gentile (Gentile bedeutet übrigens freundlich) hatte daher logisch zu kombinieren begonnen und folgende Lösung parat. Die Kinder sollten in seinem Geschäft leere Plastik-flaschen und Getränkedosen abgeben und dafür, im Gegenzug, ein Gratis-Buch erhalten.


Wie meinte Herr Gentile selbst im Interview dazu? „Mein Ziel ist es, die Leidenschaft und Liebe für Bücher bei denen in Italien zu wecken, die sonst nicht regelmäßig lesen und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Ich hoffe, dass diese Initiative sich viral verbreitet und das ganze Land beeinflusst.


Selbstverständlich kann es sich Herr Gentile auf Dauer nicht leisten seine Bücher zu verschenken und so hat er das „System Neapel“ für seine Zwecke übernommen.



Was das „System Neapel“ ist?



Der Kunde bestellt einen Kaffee und bezahlt deren zwei. Der zweite Kaffee wird dem Käufer nicht serviert, sondern für eine Person reserviert, welche es sonst nicht leisten könnte ein Café zu besuchen. Herr Michele Gentile (ich kann diesen Namen gar nicht oft genug nennen) hat dieses System auf sein Literaturcafé übertragen. So mancher seiner Kunden bezahlt ein Buch mehr als er mitnimmt und ermöglicht es dadurch, dass Kinder ein Gratis-Buch bekommen.


Ihr wollt wissen von wie vielen, täglich verschenkten Büchern ich von dem kleinen Literaturcafé im Dorf Pella spreche? Es sind mittlerweile bereits sechzig Bücher pro Tag und gleichzeitig werden durch die Aktion von Herrn Gentile enorme Mengen an Aluminiumdosen und Plastikflaschen ordnungsgemäß entsorgt.


Herzlichen Dank für ihr Engagement Herr Gentile!


1 Kommentar:

  1. Eine pfiffige Idee von diesem freundlichen Herrn. Und durch die Publicity hat er sicherlich/hoffentlich auch als Geschäftsmann was davon.

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